Der Andere Gottesdienst - Termine 2020

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Hören und Beten


Gottesdienst-Video zum 29.03.2020

 

Sonntag, 29.03.2020

Tageslese: Psalm 102 (in Auswahl)

1. Ein Gebet für den Elenden, wenn er verzagt ist und seine Klage vor dem HERRN ausschüttet.  2. HERR, höre mein Gebet und lass mein Schreien zu dir kommen!  3. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not, neige deine Ohren zu mir; wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald!  4. Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch, und meine Gebeine sind verbrannt wie von Feuer.  5. Mein Herz ist geschlagen und verdorrt wie Gras, dass ich vergesse, mein Brot zu essen.  6. Mein Gebein klebt an meiner Haut vor Heulen und Seufzen.  7. Ich bin wie eine Eule in der Wüste, wie ein Käuzchen in zerstörten Städten.  10.  Denn ich esse Asche wie Brot und mische meinen Trank mit Tränen  11. vor deinem Drohen und Zorn, weil du mich hochgehoben und zu Boden geworfen hast.  12. Meine Tage sind dahin wie ein Schatten, und ich verdorre wie Gras.  13. Du aber, HERR, bleibst ewiglich und dein Name für und für.  14. Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, dass du ihm gnädig seist, und die Stunde ist gekommen,  16. dass die Völker den Namen des HERRN fürchten und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit,  17. wenn der HERR Zion wieder baut und erscheint in seiner Herrlichkeit.  18. Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht.  19. Das werde geschrieben für die Nachkommen; und das Volk, das er schafft, wird den HERRN loben.  25. Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage! Deine Jahre währen für und für.  26. Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk.  27. Sie werden vergehen, du aber bleibst.

Impuls

Erschütternd, was sich in den Worten dieses Psalms spiegelt:
Ein Mensch, der verzweifelt zu Gott schreit. Körperlich kaputt und seelisch am Ende. Immer neue Bilder findet der Beter hier für seine hoffnungslose Situation. Er sieht sich selbst wie eine Feuerstelle, wo aus der Asche seiner Gebeine nur noch Rauschschwaden aufsteigen. Wie eine Graslandschaft, die vom Druck der Hitze ausgetrocknet und erstorben ist. Wie ein einsamer Vogel, der bei Nacht in den Trümmern einer zerfallenen Stadt sitzt.

Und er wagt zu denken, was wir oft nicht mehr wagen: Dass hinter all dem am Ende ja auch Gott selber steckt. Dass Gott auch in den schweren Dingen, die über uns kommen, spricht und handelt. Dass gerade auch in diesen sein Wille geschieht, selbst wenn sich dabei eigentlich seine Gegner austoben - oder sogar sein Widersacher. Gerade auch dann ist Gott nichts entglitten, alles muss seinem Plan dienen. Seinem Plan, an uns zu arbeiten und zu uns zu sprechen. Uns in die heilsame Beziehung zu ihm zurückzuführen.

Könnte es eventuell sein, dass auch die eigentlich unfassbare Corona-Krise etwas damit zu tun hat? Könnte es sein, dass wir es gerade da mit Gott selbst zu tun haben, wo viele jetzt sagen: „Wie kann ein liebender Gott sowas zulassen?“

Hatten wir es vielleicht vergessen: Nur Gott ist ewig, wir sehr vergänglich? Hatten wir ihn vielleicht herausgekürzt aus unseren Gleichungen der Welterklärung? Hatten wir nur noch an das gedacht, was wir selber sehen und berechnen können, was wir selber sind, und was wir selber leisten und vollbringen? Hatten wir gedacht, Glaube sei nur was zur Selbstvertröstung für Arme und Schwache?  

Was, wenn nun dieser Gott einen Finger rühren würde und unsere ganze Sicherheit durch einen unglaublich kleinen Erreger mal erschüttern würde? Was, wenn er, nachdem er in so vielen einfühlsamen Andachten und Predigten nicht mehr gehört werden wollte, nun recht heftig bei uns anklopfen würde?

Ich weiß nicht sicher, ob wir hier jetzt die richtigen Fragen gestellt haben. Aber unser Psalm 102 hat mich unweigerlich zu solchen Fragen geführt. Man möge mir verzeihen, wenn ich irre. Aber vielleicht sollten wir sie uns wirklich mal durch Kopf und Herz gehen lassen?

Pfr. J. Rau, Sersheim

Gebet

Herr, wie oft haben wir dich einfach vergessen. Es hat ja auch ohne dich alles einigermaßen geklappt. Aber nun sehen wir, wie fragil unsere ganze Welt ist. Nur du bis ewig. Lass uns aufwachen und umkehren. Und beten für diese Welt. Erbarme dich über Ängstliche, Betroffene und Helfer. Und schenke vielen eine neue Umkehr zu dir. Amen.


  Lesepredigt von Praktikant Kamil Basinski, Kirchengemeinden Horrheim und Gündelbach

 

Samstag, 28.03.2020

Tageslese: Markus 13, 28-37 (NGÜ)

Jesus sagte zu seinen Jüngern:

28. Denkt zum Vergleich einmal an den Feigenbaum. Wenn der Saft in die Zweige steigt und die Blätter spriessen, wisst ihr, dass es bald Sommer ist.  29. Genauso ist es, wenn ihr seht, dass diese Dinge geschehen. Dann wisst ihr, dass das Kommen des Menschensohnes nahe bevorsteht.  30. Ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles geschene ist.  31. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.  32. Doch wann jener Tag und jene Stunde sein werden, weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn; nur der Vater weiß es.  33. Seht euch also vor und seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.  34. Es ist wie bei einem Mann, der verreist. Bevor er sein Haus verlässt, überträgt  er seinen Dienern die Verantwortung und teilt jedem deine Aufgabe zu. Dem Türhüter befiehlt er, wachsam zu sein.  35. Darum seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt: Ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim ersten Hahnenschrei oder früh am Morgen.  36. Seid wachsam, damit er euch, wenn er unvermutet kommt, nicht schlafend antrifft.  37. Ich sage es euch und sage es allen: Seid wachsam!

Impuls:

Die Jünger hatten Jesus gefragt: "Sage uns, wann wird das geschehen? Die Antwort ist ganz klar: Niemand wird es vorher wissen, wann das Ende kommt und Jesus sichtbar die Herrschaft übernimmt. Alle Spekulationen und Berechnungen sind umsonst. Sie sind das Gegenteil dessen, was Jesus von uns verlangt. Denn wenn wir wüssten, wann es geschieht, müssten wir ja nicht wach bleiben, sondern nur den Wecker stellen. Auch in diesen Tagen sehen manche Menschen das Ende kommen. Wahr ist: Jesus hat sehr schwierige Zeiten angekündigt bis zu seiner Wiederkunft. Die Corona-Krise kann uns also als ein „Zeichen der Zeit“ daran erinnern, dass diese Welt nicht für immer Bestand haben wird. Die richtige Reaktion auf diese Erkenntnis ist aber weder Gleichgültigkeit und Fatalismus noch Verzweiflung und Resignation. Denn Jesus Christus ist schon jetzt der Herr des Hauses und er wird zur richtigen Zeit kommen und die Welt in Ordnung bringen. Deshalb sollen wir vielmehr auf ihn warten und für seine Rückkehr bereit sein. Immer wieder im Lauf der Geschichte haben Christen gemeint: Jetzt kommt Jesus wieder und alles ist zu Ende. Weil sie sich nach dem Wort Jesus dabei irren mussten, glauben heute viele Menschen, dass Jesus gar nicht mehr kommt, dass alles immer ungefähr so weitergehen wird wie jetzt, dass wir die Zukunft allein werden bestehen müssen. Aber Jesu Worte haben Bestand und werden eintreffen: „Ja, ich komme bald!“ (Offb 22, 20). Höchste Zeit also, um aufzuwachen, ihn zu erwarten und ihm zu vertrauen.

Praktikant Michael Klein, Tübingen/Sersheim

Gebet:

Herr Jesus Christus, in deiner Hand liegt unsere Zukunft. Wir bitten dich, dass du uns die Angst nimmst vor dem, was kommt. Lass uns wachsam durch unser Leben gehen und das tun, was wirklich nötig ist. Wecke uns auf, wenn wir dich vergessen, und stärke unseren Glauben an dein kommendes Reich. Komm du bald und richte es auf in dieser Welt, damit Gerechtigkeit und Frieden an die Stelle von Panik und Sorge treten. Amen.

 

Freitag, 27.03.2020

Tageslese: Markus 13, 24-27

24. Aber in jenen Tagen, nach jener Bedrängnis, wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren,  25. und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.  26. Und dann werden sie sehen den Menschensohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit.  27. Und dann wird er die Engel senden und wird seine Auserwählten versammeln von den vier Winden, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.

Impuls:

In der Zeit der Unruhe und der Bedrängnis wird oft gefragt: HERR, wie lange noch? Augenzeugen berichten von der historischen Himmelfahrt von Jesus Christus: „Und er wurde emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen hinweg.“Zwei Engel erklärten damals: „Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!“ (Apostelgeschichte 1,9+11).

Damit sagen die Engel das voraus, was auch Jesus Christus von sich selbst in seiner Predigt sagt: „Und dann werden sie sehen den Menschensohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit“ (Mk 13,26). Sein Kommen wird begleitet sein von Zeichen in der Natur (Sonne, Mond, Sterne), so dass alle Menschen sich fürchten werden. An dem Tag werden die Engel „die Auserwählten sammeln“ (bzw. „nehmen“) und sie vor dem Gericht und der Verdammnis retten (Mt 24,31; Mk 13,27). Alle anderen werden dann gerichtet. Wir leben im Informationszeitalter. Auf jedes Suchwort, das wir bei Google eingeben, erscheinen Millionen von Ergebnissen, die uns alle eine Antwort auf unsere Frage oder Suche vorschlagen. Wir können beliebig viele Fragen stellen und bekommen beliebig viele Antworten, so scheint es. Und doch können wir keine Antwort auf die Frage nach dem Ende der Coronavirus-Pandemie finden … Vor etwa 2.000 Jahren haben die Jünger wichtige Fragen gestellt, die wir heute auch fragen sollten. Was ist mit unserer Welt? Gibt es ein Ende? Was ist mit unserem Leben? Was kommt nach dem Tod? Jesus Christus spricht seine Warnung aus. Diese Welt wird sterben, es wird eine neue geboren. Viele Menschen werden gerettet, in dieser neuen Welt das ewige Leben bei Gott zu genießen. Viele andere Menschen aber werden verlorengehen, so sagt es die Bibel. Wo werden wir sein? Jesus Christus hat viel über Buße gepredigt, darum geht es auch hier. Die Umkehr unserer Herzen, die Sünden zu bekennen und das Leben zu ändern, ist ein Weg. Genau das ermahnte Martin Luther in seiner ersten von 95 Thesen im Jahr 1517: „Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht „Tut Buße“ usw. (Matth. 4,17), hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.”

Praktikant Kamil Basinski, Kirchengemeinden Horrheim und Gündelbach

Gebetsanliegen für heute:

Lieber himmlischer Vater, Du hast gesagt (5. Mose 32,39): „Sehet nun, dass ich's allein bin und ist kein Gott neben mir! Ich kann töten und lebendig machen, ich kann schlagen und kann heilen, und niemand kann aus meiner Hand reißen.” Gib uns, durch Deinen lieben Sohn Jesus Christus Kraft, zu Dir umzukehren. Wir bitten Dich um Treue mit Liebe, damit unsere Herzen nicht hart werden. Du hast uns zu Deiner Ehre auserwählt. Hilf, damit wir in der Probezeit nicht aufgeben! Du bist unsere feste Burg, unser Halt in guten, wie in schlechten Zeiten. Dir sei Lob von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Donnerstag, 26.03.2020

Tageslese: Markus 13, 14-23

14. Wenn ihr aber sehen werdet den Gräuel der Verwüstung stehen, wo er nicht soll – wer es liest, der merke auf! – alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe auf die Berge.  15. Wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter und gehe nicht hinein, etwas aus seinem Hause zu holen.  16. Und wer auf dem Feld ist, der wende sich nicht um, seinen Mantel zu holen.  17. Weh aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen!  18. Bittet aber, dass es nicht im Winter geschehe.  19. Denn in diesen Tagen wird eine solche Bedrängnis sein, wie sie nie gewesen ist bis jetzt vom Anfang der Schöpfung, die Gott geschaffen hat, und auch nicht wieder werden wird.  20. Und wenn der Herr diese Tage nicht verkürzt hätte, würde kein Mensch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat, hat er diese Tage verkürzt.  21. Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus; siehe, da ist er!, so glaubt es nicht.  22. Denn es werden sich erheben falsche Christusse und falsche Propheten, die Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, die Auserwählten zu verführen.  23. Ihr aber seht euch vor! Ich habe euch alles zuvor gesagt!

Tageslese morgen: Markus 13, 24-27

Impuls:

Auf dem Ölberg in Jerusalem hat Jesus Christus kurz vor seiner Kreuzigung seinen Jüngern eine Predigt darüber gehalten, was am Ende dieser Welt geschehen wird. Das heutige Fragment der „Endzeitsrede” ist sowohl bei Matthäus (Mt 24, 15-28), als auch bei Lukas (Lk 21, 20-24) zu finden. Anlass der Rede war eine kurze Unterhaltung über die Schönheit des Tempels in Jerusalem. Während die Jünger den Tempel bewunderten, prophezeite Jesus die Zerstörung des Gebäudes. Etwa 40 Jahre später gingen seine Worte in Erfüllung. Die Römer belagerten Jerusalem und 70 n.Chr. war der Tempel endgültig zerstört und verbrannt, kein Stein ist auf dem anderen geblieben. Das war noch nicht das Weltende, aber sicher ein Vorschatten und eines der Zeichen (der „Wehen“), von denen Jesus noch predigt. Die große Bedrängnis bleibt auch in unserer Situation hautnah, aktuell. Die Ausgangssperre in vielen Bundesländern beunruhigt. Die Fragen nach der Zukunft mehren sich. Es scheint keine klare Antwort zu gebeNeimand wird es n. Doch, es gibt nur eine. Als Christinnen und Christen hoffen wir auf unseren Meister, Jesus Christus. Weil Jesus Mensch war, weil Jesus Versuchung kannte, aber auch Glück, Schmerz, aber auch Festtage, Verrat, aber auch Freundschaft, können wir uns Ihm anvertrauen. Jesus hat uns gezeigt, dass und wie Gott die Menschen liebt. Nicht weil sie sind, wie sie sind, nicht weil sie etwas leisten, sondern obwohl sie sind, wie sie sind, mit all ihrem Scheitern, ihren Ängsten, ihrer Schwäche. Nicht Gott wollte, dass Jesus leidet. Und Gott will auch nicht, dass wir leiden. Gott, von dem Jesus von Nazareth, der Mensch, erzählt, will uns Leben in Fülle zusprechen. Gott vergibt uns und ermutigt uns zum Leben, wenn wir Angst haben. Gott will gerade den unsäglichen Kreislauf von Gewalt, Leid und Tod durchbrechen! Das mag manchen eine Torheit sein. Uns aber ist es eine Gotteskraft. Gott gibt uns die Kraft, auch unser Päckchen zu tragen, auch die Bedrängnis zu sehen. Wir müssen nicht ausweichen. Wir können hinsehen.

Praktikant Kamil Basinski, Kirchengemeinden Horrheim und Gündelbach

Gebetsanliegen für heute:

Lieber Vater im Himmel, heute befehlen wir dir alle an, die für entsprechende Entscheidungen in der Corona-Pandemie zuständig sind: Die Regierenden, die Ärzte und das Pflegepersonal. Gib ihnen Kraft und Mut aus Deiner Gnade, damit sie zum Zweck des Gemeinwohls auf lokaler, europäischer und weltweiter Ebene zusammenarbeiten können. Wir danken Dir dafür durch Jesus Christus, unseren Herrn.

 

Mittwoch, 25.03.2020

Tageslese: Markus 13, 1-13

1. Und als er aus dem Tempel ging, sprach zu ihm einer seiner Jünger: Meister, siehe, was für Steine und was für Bauten!  2. Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Hier wird nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde.

Die Vorzeichen 

3. Und als er auf dem Ölberg saß gegenüber dem Tempel, fragten ihn Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas, als sie allein waren:  4. Sage uns, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein, wann das alles vollendet werden soll?  5. Jesus fing an und sagte zu ihnen: Seht zu, dass euch nicht jemand verführe!  6. Es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin's, und werden viele verführen.  7. Wenn ihr aber hören werdet von Kriegen und Kriegsgeschrei, so erschreckt nicht: Es muss geschehen. Aber das Ende ist noch nicht da.  8. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; es werden Erdbeben geschehen hier und dort, es werden Hungersnöte sein: Das ist der Anfang der Wehen.  9. Ihr aber seht euch vor! Sie werden euch den Gerichten überantworten, und in den Synagogen werdet ihr geschlagen werden, und vor Statthalter und Könige werdet ihr geführt werden um meinetwillen, ihnen zum Zeugnis.  10. Und das Evangelium muss zuvor gepredigt werden unter allen Völkern.  11. Und wenn sie euch hinführen und überantworten werden, so sorgt euch nicht vorher, was ihr reden sollt; sondern was euch in jener Stunde gegeben wird, das redet. Denn ihr seid's nicht, die da reden, sondern der Heilige Geist.  12. Und es wird ein Bruder den andern zum Tod überantworten und der Vater das Kind, und die Kinder werden sich empören gegen die Eltern und werden sie zu Tode bringen.  13. Und ihr werdet gehasst sein von jedermann um meines Namens willen. Wer aber beharrt bis an das Ende, der wird selig.

Tageslese morgen: Markus 13, 14-23

Impuls

Leben wir in der Endzeit? Eine durch die Jahrtausende diskutierte Frage, die man eigentlich schon immer mit JA beantworten kann. Eine Frage, die schon die Jünger bewegt: Der ganze Tempel soll einstürzen? Wann wird es denn soweit sein? Und seit dieser Frage der Jünger ist die Endzeit immer mit großen Krisen verbunden. Natürlich, wenn der Tempel nicht mehr steht, ist eine große Krise. Natürlich, wenn es Krieg gibt, erleben wir eine große Krise. Natürlich, wenn es Erdbeben und Hungersnöte gibt ist das eine Krise. Komisch, nur ein weltweiter Virus ist hier nicht genannt … Krisenzeiten haben immer das Potenzial, die Frage nach der Endzeit neu hervorbrechen zu lassen. Einerseits sicher deshalb, weil Jesus selbst hier ja Krisen beschreibt, die kommen. Andererseits auch, weil in Krisen die innerweltliche Hoffnung sinkt. „So gut sind die Menschen doch nicht zueinander“, „so klasse war das mit der weltweiten Vernetzung und Globalisierung vielleicht doch nicht …“ Krisenzeiten lassen uns lieber wieder auf Dinge blicken, die weit und klar über die jeweilige Krise hinausreichen.

Doch Jesus sagt ganz eindeutig in alle Spekulation hinein: Vorsicht! Das ist noch nicht das Ende, das ist der Anfang der Wehen. Deshalb habe ich am Anfang auch gesagt, dass wir die Frage „Leben wir in der Endzeit?“ eigentlich immer mit JA beantworten können. Ja, wir leben in der Endzeit. In der Endzeit, die der Anfang der Wehen ist. Und Jesus sagt seinen Jüngern und auch uns bis heute, dass wir uns von all diesen Krisen nicht verwirren lassen sollen. Die kommen, die sind schlimm und manchmal ist ihr Ende kaum abzusehen. Doch an diesen Krisen ändern wir wenig. Was wir aber ändern können, wozu wir beitragen können, das sagt Jesus im zweiten Teil seiner Antwort: „Das Evangelium muss zuvor gepredigt werden unter allen Völkern“. Das ist die Aufgabe für die Endzeit. Das ist die Aufgabe für jede Krisenzeit. Das ist die Aufgabe für alle Jünger Jesu seit Beginn der Wehen. Dieser Aufgabe dürfen auch wir uns in dieser neuen Krise zwar ganz anders, aber dafür vielleicht wieder umso bewusster stellen. Ich wünsche uns noch viele gute und hilfreiche Ideen und Gottes Weisheit dazu. Denn eins ist sicher: Das Evangelium MUSS gepredigt werden!

Pfarrer Christoph Pascher, Ev. Kirchengemeinden Horrheim und Gündelbach

Gebetsanliegen:

Wir sind in dieser Zeit besonders anfällig für Spekulationen. Wil wir immer wissen wollen, wie es weiter geht  und was passiert. Bitten wir Gott um Weisheit und Geduld, mit dieser Ungewissheit zu leben, uns ganz auf ihn zu verlassen und uns vielleicht ganz neu darauf auszurichten, dass das Evangelium allen Völkern gepredigt wird. Bitten wir um Gottes Heiligen Geist dazu.

 

Dienstag, 24.03.2020

Tageslese: Mk.12, 41-44 (BasisBibel)

41. Dann setzte Jesus sich in die Nähe des Schatzhauses. Dort beobachtete er, wie die Volksmenge Geld in den Opferkasten warf. Viele wohlhabende Leute taten viel hinein.  42. Da kam auch eine arme Witwe. Sie warf zwei kleine Kupfermünzen hinein, das entspricht einem Pfennig.  43. Jesus rief seine Jünger herbei und sagte zu ihnen: „Amen, das sage ich euch: Diese arme Witwe hat mehr gegeben als alle anderen, die etwas in den Opferkasten geworfen haben.  44. Denn alle anderen haben nur etwas von ihrem Überfluss abgegeben. Aber diese Witwe, die doch selbst arm ist, hat alles hergegeben, was sie besaß – alles, was sie selbst zum Leben brauchte.“

Impuls

In unserer württembergischen Kirche legen wir die Kollekte, also die Spenden am Sonntag, nach dem Gottesdienst beim Verlassen der Kirche in den „Opferstock“ – schnell, diskret, verstohlen … denn die linke Hand soll ja nicht wissen, was die rechte tut (Mt 6,3). Und über so etwas spricht man nicht. Deshalb wird nur die Summe bekannt, die die Gemeinde insgesamt an diesem Tag eingelegt hat.

In Jerusalem und für Jesus gab es diese Tabus offenbar nicht. Dort gab es eine öffentliche Tempelschatzkammer für vorgeschriebene oder freiwillige Abgaben zur Finanzierung des Gottesdienstes. Es handelte sich dabei um eine Halle, in der 13 trichterförmige Behälter aufgestellt waren. Der Spender musste dem zuständigen Priester den Betrag nennen, bevor er ihn in den vom Priester zugewiesenen Behälter werfen durfte. So konnte Jesus vermutlich den jeweiligen Betrag hören.

Jesus sitzt also in dieser Halle und beobachtet das Treiben. Dabei fällt ihm eine Frau auf. Als Witwe ist sie in der damaligen Gesellschaft ohne Unterstützung von Verwandten oder anderen Mildtätigen bettelarm. Winzig ist der Betrag ihrer Spende. Die arme Frau gibt ihre letzten zwei Münzen. Doch ausgerechnet von dieser Spenderin ist Jesus so begeistert, dass er seinen Jüngern davon erzählen muss.

„Mehr als alle anderen“ - Ist das nicht anmaßend und ungerecht? Hat Jesus etwas gegen große Spenden? Was wäre die Kirche denn ohne die vielen Menschen, die regelmäßig und reichlich geben? Nein, der Betrag spielt hier überhaupt keine Rolle. Jesus hat den Unterschied zwischen dieser Gabe und den anderen nicht im Geldbeutel der Leute, sondern in ihren Herzen gesehen.

Er lobt die arme Witwe, weil ihre kleine Gabe ihre riesige Liebe zu Gott ausdrückt. Für diese Frau gibt es nichts Wichtigeres als die Ehre ihres Schöpfers. Ihm vertraut sie so sehr, dass sie ohne Sorgen um ihr eigenes Überleben geben kann. Sie ist innerlich frei von ihrem Besitz und so auf besondere Weise reich. Das ist vorbildlich.

Jesus fordert nicht, dass wir alles weggeben müssten, was wir haben. Es kommt vielmehr auf unsere innere Haltung an. Schauen wir in unserem Handeln auf Gott und seine Ehre, oder auf unseren Reichtum oder unsere Großzügigkeit?

Vor Gott zählt nur die Liebe zu ihm. Sie erfüllt uns, wenn wir Jesu große Liebe erkennen, die für uns alles gibt – bis zur Aufgabe seines Lebens am Kreuz.

Gebet

Guter Vater im Himmel, wir wollen dir vertrauen. Mach uns dafür frei von allen Dingen, Beziehungen, Vorstellungen und Ängsten, die uns gefangen nehmen. Dich wollen wir von Herzen lieben und dir unser ganzes Leben hingeben, wie du es uns geboten hast. Fülle uns mit deiner Liebe, damit wir geben können. Das bitten wir durch deinen geliebten Sohn Jesus Christus, den du uns gegeben hast. Amen.

Praktikant Michael Klein, Tübingen/Sersheim

 

Montag, 23.03.2020

Tageslese: Mk.12, 38-40 (nach NGÜ)

38. Als Jesus weiter zu den Leuten redete, warnte er sie: »Hütet euch vor den Schriftgelehrten! Sie gehen mit Vorliebe in langen Gewändern einher und erwarten, dass man sie auf der Straße ehrfurchtsvoll grüßt.  39. In den Synagogen nehmen sie die vordersten Sitze für sich in Anspruch und bei Festessen die Ehrenplätze.  49. Sie verschlingen den Besitz der Witwen und sprechen zum Schein lange Gebete. Darum erwartet sie ein besonders hartes Urteil.«

Impuls

Eigentlich waren sie das Wertvollste, was Jesus in Israel fand: Menschen, denen es ernst war mit Gott. Menschen, die sich in ihrer Bibel auskannten. Menschen, die in der Synagoge immer ganz vorne dabei waren. Die schon allein mit ihren langen, dunklen Gewändern großen Eindruck machten: Die Schriftgelehrten. Unter ihnen hoffte Jesus deshalb auf wertvolle Mitarbeiter. Unter ihnen suchte er solche, die seine Sendung durch Gott als erste erkannten. Hier hoffte er auf besonders starke Unterstützung.

Doch dann passierte genau das Gegenteil. Diese tollen Persönlichkeiten waren wie vernagelt gegen ihn. Sie wollten ihn weder anerkennen noch unterstützen. Und bald entdeckte Jesus den wahren Grund dafür. Und das hat ihn schockiert: Diesen wichtigen Männern ging es im Grunde nicht wirklich um Gott und seine Sache. Es ging ihnen immer nur um sich selbst. Um ihr Ansehen bei den Leuten. Um Titel und Würden. Um Geltung und Macht. Ja, sogar um persönlichen Reichtum. Und dazu missbrauchten sie den ganzen frommen Betrieb am Tempel, der dafür offensichtlich anfällig war. Bis dahin, dass sie die einfachen, ehrfurchtsvollen Menschen unter ihnen schamlos ausnutzten. Mit ihren scheinheiligen Tricks schwatzten sie den Witwen ihre kleinen Häuser ab und brachten sie um ihren Besitz. Mit ihren langen, salbungsvoll vorgetragenen Gebeten wollten sie immer noch mehr Eindruck schinden. Sie versteckten also ihre Bosheit und ihren Widerstand gegen Gott hinter der frommen Maske. Und die meisten einfachen Leute durchschauten das nicht. Wie tragisch!

Über so viel perfide Bosheit und Scheinheiligkeit war Jesus nicht nur erschrocken, sondern auch von einem heiligen Zorn erfüllt. Er hielt es für nötig, vor diesen Leuten zu warnen, weil sie so schwer zu durchschauen waren. Und er sprach sie auch selbst auf ihre falsche Scheinheiligkeit an. Denn er wusste: Sie täuschen nicht nur andere, sondern am meisten sich selbst. Und das ist gefährlich. Denn am Ende zählt ja nicht, was jemand von sich selber hält. Am Ende zählt, was Gott sagt. Und da kann es richtig hart werden, wenn man sich etwas vorgemacht hat.

Ja, seine Mitmenschen kann man täuschen. Und sich selbst auch, vielleicht noch viel mehr. Aber Gott kann man nicht täuschen. Bei ihm zählt nur das Echte. Er sieht das Herz an. Er kennt unsere Motivation, aus der heraus wir das tun, was wir tun. Er sieht, ob wir ihn lieben oder nur uns selber.

Ich glaube, dass es sehr reinigend und gesund für uns sein kann, wenn wir das gerade in der Passionszeit einmal wieder neu für uns selbst durchdenken.

Ihr Pfr. Johannes Rau

Fürbitten

Herr, wir sehnen uns so sehr nach einem echten Glauben. Nach einem reinen Herz, das vor allem dir gehört. Und dessen ganzes Leben von dieser Liebe gestaltet wird. Wir wissen, dass auch wir uns und anderen manchmal etwas vormachen. Deshalb bitten wir dich: Reinige uns. Und reinige immer wieder auch unsere Kirche, damit wir nicht im Äußeren stecken bleiben. Damit wir wissen: Hier geht es um dich. Um deine Ehre und um deine Ziele. Dir wollen wir gehören. Amen.

 

Sonntag, 22.03.2020

Tageslese: Psalm 122

1. Von David, ein Wallfahrtslied. Ich freute mich über die, die mir sagten: Lasset uns ziehen zum Hause des HERRN!  2. Nun stehen unsere Füße in deinen Toren, Jerusalem.  3. Jerusalem ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll,  4. wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des HERRN, wie es geboten ist dem Volke Israel, zu preisen den Namen des HERRN.  5. Denn dort stehen Throne zum Gericht, die Throne des Hauses David.  6 Wünschet Jerusalem Frieden! Es möge wohlgehen denen, die dich lieben!  7. Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen!  8. Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen.  9. Um des Hauses des HERRN willen, unseres Gottes, will ich dein Bestes suchen.

Tageslese morgen:  Mk 12,38-40

Impuls:

Eine Wallfahrt, das wäre es jetzt. Einfach Rucksack packen, losziehen und so lange gehen, wie einen die Füße tragen. Das klingt nach Freiheit und Grenzenlosigkeit. Stattdessen sitzen wir in unseren Häusern und Wohnungen fest. Wir fragen uns, was wird morgen sein. Wie lange sind wir noch zum Nichtstun verdammt? So mag es den meisten von uns zumindest vorkommen.

In diesen Tagen sind wir alle auf der Suche nach Möglichkeiten, weiterhin unser geistliches Leben zu gestalten. Wir möchten zusammenkommen in Kirchen und Gemeindehäusern, so wie die Menschen damals in Jerusalem zusammengekommen sind. Wir möchten Predigten hören, gemeinsam beten und singen. Schmerzlich müssen wir feststellen, dass uns das alles gerade fehlt.

Diese Gemeinschaft kann uns keiner ersetzen, aber wir dürfen wissen, dass wir auch über alle Distanzen hinweg miteinander und mit Christus verbunden sind. In der Bergpredigt finden einen Abschnitt zum Gebet, der uns eine Hilfe sein kann. Dort steht zum einen, dass wir nicht wie die Heuchler in der Öffentlichkeit beten sollen, sondern uns zurückziehen sollen in eine stille Kammer.

Stille Kammern finden wir in diesen Tagen bestimmt reichlich. Die stille Kammer soll aber nicht unbedingt Einsamkeit bedeuten, sondern sie soll uns ein Ort sein, in dem wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können. Wir sollen nicht abgelenkt sein von anderen Dingen, die wir jetzt auch noch erledigen könnten.

In der Bergpredigt steht auch, dass wir nicht plappern sollen wie die Heiden. Wir müssen nicht um den berühmten heißen Brei herumreden, sondern dürfen Gott ganz direkt sagen, was er aus unserem Mund hören soll. Wir dürfen klagen, unsere Ängste und Sorgen aufzählen und auch Freude und Dank mit ihm teilen. Wir dürfen zulassen, dass es in uns gerade ganz schon laut und turbulent ist und uns die Worte fehlen.

­Das Vater Unser soll uns ein Gebet sein, das uns trägt durch verunsichernde und turbulente Zeiten hindurch. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe. Diese Zeilen beten wir immer wieder in der Hoffnung und auch in der Gewissheit, dass Gott es gut mit uns meint.

Eure Pfarrerin Rebecca Fischer, Kleinglattbach

Gebetsanliegen für heute:

Wir beten für alle, die sich heute nach der Gemeinschaft in den Gottesdiensten sehnen. Lass du guter Gott uns dein Wort hören an den Orten, an denen wir gerade sind. Lass uns Gemeinschaft erfahren über Häusergrenzen hinweg.

Wir beten für alle, die sich in den letzten Tagen viele Gedanken gemacht haben, wie dein Wort zu den Menschen und in die Häuser gelangen kann in Zeiten, in denen wir uns nicht treffen dürfen.

 

  Lesepredigt von Pfr. Pascher zum Sonntag Lätare 2020

 

Samstag, 21.03.2020

Tageslese: Markus 12, 35-37

35. Und Jesus fing an und sprach, als er im Tempel lehrte: Wieso sagen die Schriftgelehrten, der Christus sei Davids Sohn?  36. David selbst hat durch den Heiligen Geist gesagt (Psalm 110,1): »Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine Füße lege.«  37. David selbst nennt ihn ja »Herr«. Woher ist er dann sein Sohn? Und die große Menge hörte ihn gern.

Tageslese morgen:  Psalm 122

Impuls:

Genug diskutiert! denkt sich Jesus, nachdem er mit den führenden jüdischen Theologen so manchen harten Wortwechsel geführt hat. Wichtige Fragen sind es in der Tat, die von den Pharisäern und Schriftgelehrten in Markus 12 aufgeworfen worden sind: Wie verhalten wir uns zu den Geboten und Regeln, die uns von der politischen Autorität auferlegt werden? Wie müssen wir uns die Auferstehung von den Toten praktisch vorstellen? Und zuletzt die Frage nach dem wichtigsten Gebot der Tora: Die Liebe zu Gott und dem nächsten Mitmenschen, die Maßstab und Mitte unseres Handelns ist und bleibt. Alle diese Themen bekommen in unseren Tagen, in denen die Furcht vor Corona die Menschen umtreibt, ein anderes Gewicht. Ja, wir Christen richten uns nach den Anordnungen der Politik, notwendigerweise voneinander Abstand zu halten, auch wenn uns Jesus zu einer Gemeinschaft berufen hat, die auf engen Beziehungen gründet. Ja, wir halten die Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten wach, gerade wenn die Angst vor einem unerwarteten Sterben die Menschen fest im Griff hält. Und ja: Die Liebe zum nächsten Mitmenschen zeigt sich jetzt darin, dass wir uns von ihm fernhalten müssen, so schwer das fällt. Die echten Samariter unserer Tage sind die Menschen, die im medizinischen Bereich bis zur Verausgabung Kranke und Schwerkranke versorgen. Wir anderen müssen nach neuen Wegen suchen, wie wir unseren Mitmenschen unsere Liebe und Verbundenheit zeigen können. Und werden darin hoffentlich auch erfindungsreich.

Jetzt greift Jesus in unserem Bibelabschnitt ein ganz anderes Thema auf. Und er führt auch nicht mehr ein theologisches Streitgespräch mit gelehrten Männern, sondern hält einen Vortrag im Tempel, bei dem ihm eine große Menge Leute gerne zuhört. Es hört sich zunächst recht kompliziert an. Jesus setzt sich darin selbst in Beziehung zum großen König David. Auf den Punkt gebracht, fragt Jesus: Ist Christus der Sohn Davids oder ist Christus der Herr Davids? Wer steht höher in der Hierarchie? Der große König David lebte 1000 Jahre vor Christus und war ein starker Kämpfer. Er verschaffte nach und nach seinem Volk Israel Frieden inmitten von sicheren Grenzen.Die Weihnachtsgeschichte betont, dass Jesus als direkter Nachfahre Davids über die Linie Josefs, ein Friedenskönig für alle Menschen sein wird. Die Verheißung in Jesaja 9, Vers 6 hält fest, dass dieses Friedenskind auf dem Thron Davids ewig und unumstößlich herrschen wird. Jesus wird ihm also nicht nachfolgen, sondern ihn überragen an Macht und Größe. Jesus war zeitlich schon vor David in der göttlichen Dreieinigkeit als Herr und König in dieser Welt gegenwärtig.

Christus – der Herr! Kyrios Christos! Das ist das kürzeste christliche Bekenntnis, das es gibt. Aber es enthält alles, was wir für unseren Glauben brauchen. Christus ist und bleibt der Herr: mein persönlicher Herr. Der Herr über die Weltgeschichte. Und der Herr, der seine Menschen begleitet auch in Tagen wie diesen, wenn nichts mehr sicher scheint. Und die Zukunft sich drohend vor uns aufbaut. Und dieser Christus sagt zu uns: Fürchte dich nicht! Ich habe die Welt und alles, was euch in ihr begegnen kann, überwunden.  (nach Johannes 16,33)

Eure Pfarrerin Karin Blanc

Gebetsanliegen für heute:

Wir beten, dass die Menschen einsichtig sind und bleiben im Blick auf die Maßnahmen, die unsere Regierung verhängen muss. Dass sie Ruhe bewahren in den Familien und an ihren Arbeitsplätzen, auch wenn die Sorge uns alle umtreibt. Wir beten für einen inneren Frieden, der stärker ist als das, was wir tagtäglich in den Medien hören und sehen. Christus – du bist der Herr! Diese Gewissheit soll uns leiten und mit uns gehen.

 

Freitag, 20.03.2020

Tageslese: Markus 12, 28-34

28. Und es trat zu ihm einer der Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen?  29. Jesus antwortete: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein,  30. und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft« (5.Mose 6,4-5).  31. Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3.Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese.  32. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Ja, Meister, du hast recht geredet! Er ist einer, und ist kein anderer außer ihm;  33. und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und mit aller Kraft, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer.  34. Da Jesus sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.

Tageslese morgen: Markus 12, 35-37

Impuls:

Wie viele Gebote kennen wir? Was macht unser Leben sinnvoll? Du sollst fleißig sein? Du sollst tüchtig sein? Vielleicht auch stark? Es gibt diese Momente in unserem Leben, in denen wir uns vergewissern müssen, was es bedeutet, die paar Jahrzehnte unserer Existenz auf dieser Erde zu verbringen … und dann müssen wir wissen, was wir tun sollen? Welche Rolle spielt Gott dabei?

Für den jüdischen Schriftgelehrten ist diese Frage eindeutig. Was Jesus hier zitiert, nennt sich „Höre Israel“ und ist der Mittelpunkt jüdischen Glaubens. Täglich werden diese Verse gebetet. Diesen Gott, den Israel in seiner Geschichte kennen gelernt hat, soll es lieben. Nicht irgendeinen Gott, sondern den Gott, der Israel aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat. Aber was bedeutet für uns „Gott lieben”, liebe Schwestern und Brüder? Wie können wir diese Liebe zum Ausdruck bringen? Die Frage hat übrigens auch Konsequenzen für die Kirche, die den Glauben an Jesus Christus weitergibt. Sie kann niemals eine triumphierende „Siegerkirche“ sein, sondern hat genau bei den Armen, Schwachen, den Menschen in Not, die etwas von den Kreuzwegen des Lebens wissen ... da hat sie ihren Ort! Unsere Kirche ist kein gesellschaftlicher Club. Sie steht nicht im Abseits oder verkriecht sich in eine private Nische, auch jetzt nicht. Wenn Menschen sich das Leben für andere einsetzen, dann ist Christus zum Vorbild geworden und als Vorbild für christliches Verhalten unter den Menschen präsent gehalten. Christus ist unter uns hier, in jeder Ecke, in jeder Stunde. Am Ende des Matthäusevangeliums verspricht Jesus, dass Er bei uns alle Tage bis an der Welt Ende ist (Mt 28, 19-20). Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus ist die Hilfsbereitschaft unter Nachbarn sehr wichtig. Lasst uns im Abgrund der scheinbaren Ratlosigkeit aufeinander besonders achten! Wir können so viel tun! Vielleicht wartet jemand auf unser Telefonat, unsere Nachricht? Das einfache „Ich denke an dich“ kann den Tag erhellen! Wir können etwas vom Einkaufen mitbringen oder die Medikamente aus der Apotheke besorgen. Wir werden die Wellen der Unsicherheit überwinden, wenn jeder von uns ein Ufer aus der Nächstenliebe bauen wird. Mit Gottes Hilfe zur Gottes Ehre!

Praktikant Kamil Basinski, Evangelische Kirchengemeinden Horrheim und Gündelbach

Gebetsanliegen für heute:

Lieber himmlischer Vater, schenke uns, Probleme der anderen zu erkennen und sie wahrzunehmen, auch wenn sie uns noch so weit weg vorkommen. Hilf uns immer wieder, über den eigenen Tellerrand zu sehen und zu verstehen. Aus Deiner Gnade sind wir alle Gebrüder und Geschwister in Jesus Christus. Amen.

 

Donnerstag, 19.03.2020

Tageslese: Markus 12, 13-17

18. Da traten die Sadduzäer zu ihm, die sagen, es gebe keine Auferstehung; die fragten ihn und sprachen:  19. Meister, Mose hat uns vorgeschrieben (5.Mose 25,5-6): »Wenn jemandes Bruder stirbt und hinterlässt eine Frau, aber keine Kinder, so soll sein Bruder sie zur Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.«  20. Nun waren sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau; der starb und hinterließ keine Kinder.  21. Und der zweite nahm sie und starb und hinterließ auch keine Kinder. Und ebenso der dritte.  22. Und alle sieben hinterließen keine Kinder. Zuletzt nach allen starb die Frau auch.  23. Nun in der Auferstehung, wenn sie auferstehen: Wessen Frau wird sie sein? Denn alle sieben haben sie zur Frau gehabt.  24. Da sprach Jesus zu ihnen: Irrt ihr nicht darum, weil ihr weder die Schrift kennt noch die Kraft Gottes?  25. Denn wenn sie von den Toten auferstehen, so werden sie weder heiraten noch sich heiraten lassen, sondern sie sind wie die Engel im Himmel.  26. Aber von den Toten, dass sie auferstehen, habt ihr nicht gelesen im Buch des Mose, bei dem Dornbusch, wie Gott zu ihm sagte und sprach (2.Mose 3,6): »Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs«?  27. Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden. Ihr irrt sehr.

Tageslese morgen: Markus 12, 28-34

Impuls:

Die Frage, ob es – bezüglich Sterblichkeit allen Lebens – eine Auferstehung der Toten gäbe, beschäftigt viele Menschen nicht nur seit Ostern und bis heute. Es gab bereits vor Jesu irdischem Dasein in Israel unterschiedliche „Glaubensrichtungen“. Die heutige Tageslese erzählt von den Sadduzäern. Sie waren die Standespartei der Jerusalemer Priesterschaft und beriefen sich vor allem auf die Fünfbücher Moses; dem Volksglauben, der allerlei Blüten trieb, standen sie kritisch gegenüber. Das Alte Testament war ihnen bekannt und da steht nun einmal einiges von einem Totenreich, aber wenig von einer Auferstehung der Toten. Anders als die Pharisäer lehnten sie daher den Glauben an eine Auferstehung entschieden ab. Was sagt Jesus dazu? Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.” Diese Äußerung ist uns als eine Inspiration und Masstab für unser Leben geschenkt – hier und über den Tod hinaus. Allem Bedrängenden, Töteligen, Vergänglichem, aller Schuld, allem Schmerz gegenüber halten wir fest –  es ist zugleich ein Wort des Auferstandenen selbst: „Kein Gott von Toten ist er, sondern von Lebenden.“ Das ist wahr: Jesus lebt, mit ihm auch wir! Wenn wir auf das gegenwärtige Kreuzgeschehen schauen, lasst uns die Hoffnung auf die lebhafte, fröhlichere Zukunft mit Jesus erwecken! Er, der Brunnen des Lebens, erneut unsere Kräfte immer wieder und erhellt alle dunklen Tagen, die auf uns zukommen. Durch Ihn und mit Ihm sind wir berufen, von Gott als von einer lebendigen Hoffnung im Alltag zu reden. Die Auferstehung der Toten ist keine Legende, sie verwirklicht sich im Kreuzesgeschehen am Karfreitag, das die Rettung für uns allen ist. Gestärkt durch die lebendige Kraft der Gottes Liebe können wir hoffnungsvoll auf die Zukunft blicken. Die Hoffnung, die das neue Licht aus dem Grab Christi ausstrahlt, macht uns als Seine Gemeinde immer wieder lebendig und wird uns lebendig machen.

Praktikant Kamil Basinski, Kirchengemeinden Horrheim und Gündelbach

Gebetsanliegen für heute:

Vater im Himmel, heute möchten wir uns besonders an die Menschen in Krankenhäusern erinnern. Schenke ihnen allen die lebendige Hoffnung auf die Wiedergenesung, stärke das Personal in seinen Bemühungen. Zeige uns aus Deiner Gnade, dass Du unser einziges Ziel bist. „In Dir leben, weben und sind wir.” (Apostelgeschichte 17,28)

 

Mittwoch, 18.03.2020

Tageslese: Markus 12, 13-17

13. Und sie sandten zu ihm einige von den Pharisäern und von den Anhängern des Herodes, dass sie ihn fingen in seinen Worten.  14. Und sie kamen und sprachen zu ihm: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und fragst nach niemand; denn du siehst nicht auf das Ansehen der Menschen, sondern du lehrst den Weg Gottes recht. Ist's recht, dass man dem Kaiser Steuern zahlt oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen?  15. Er aber merkte ihre Heuchelei und sprach zu ihnen: Was versucht ihr mich? Bringt mir einen Silbergroschen, dass ich ihn sehe!  16. Und sie brachten einen. Da sprach er zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers.  17. Da sprach Jesus zu ihnen: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Und sie wunderten sich über ihn.

Tageslese morgen: Markus 12, 18-27

Impuls:

In einer Zeit der Probe gibt es viele Einschränkungen, die unser öffentliches Leben still machen. Die unbeantworteten Fragen türmen sich, die Empörung wächst. Zumindest auf eine Frage können wir die Antwort geben: Wie soll man damit umgehen? In der heutigen Tagelese wird die Versuchung Jesu von den Pharisäern erzählt. Sie gehörten zu einer der stärksten religiösen Parteien mit wechselndem politischem Einfluss. Die Pharisäer versuchten, das Gesetz und die Überlieferungen der biblischen Väter zu halten und die Heiligkeit, die ursprünglich für Priester in Jerusalemer Tempel galt, auch auf den Alltag von anderen Juden zu bewahren. Jesus geriet aufgrund unterschiedlicher Gesetzvorstellungen in Konflikt mit ihnen. In der heutigen Szene fragen die Pharisäer Jesus, ob man dem römischen Kaiser durch die Steuerzahlung gehorchen soll. Im Hintergrund steht aber eine andere indirekte Frage: Wem soll man dienen: Gott oder dem Kaiser? Die Antwort unseres Heilandes ist glaskar: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!” Wir leben im Hier und Jetzt und tragen die Verantwortung dafür, dass unser Alltag durch die verschiedenen Vorschriften friedlich geregelt wird. Das ist eine große Verantwortung vor Gott und vor unseren Schwestern und Brüdern. Es ist nicht einfach, aber Christus sagt uns, was zu tun ist. Wir hoffen, dass die Schutzmaßnahmen dem Infektionsrisiko effektiv vorbeugen, und bleiben im Gebet für Geduld und weiteres Verständnis. Lasst uns die Gemeinschaft der Hoffnung durch den Heiligen Geist im Gebet und im vernünftigen Handeln tagsüber zusammen bauen.

Gebetsanliegen für heute:

Für die Menschen, die sich durch die gegenwärtigen Vorschriften unsicher fühlen und auf die schnelle Lösung harren. Lieber himmlischer Vater, gib uns Geduld für die nächsten Wochen und Verständnis, dass wir nur gemeinsam mit und in Dir stärker sind.

 

Dienstag, 17.03.2020

Tageslese: Markus 12, 1-12

1. Und er fing an, zu ihnen in Gleichnissen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und ging außer Landes.  2. Und er sandte, als die Zeit kam, einen Knecht zu den Weingärtnern, damit er von den Weingärtnern seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs nähme.  3. Da nahmen sie ihn, schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort.  4. Abermals sandte er zu ihnen einen andern Knecht; dem schlugen sie auf den Kopf und schmähten ihn.  5. Und er sandte einen andern, den töteten sie; und viele andere: die einen schlugen sie, die andern töteten sie.  6. Da hatte er noch einen, den geliebten Sohn; den sandte er als Letzten zu ihnen und sagte sich: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen.  7. Sie aber, die Weingärtner, sprachen untereinander: Dies ist der Erbe; kommt, lasst uns ihn töten, so wird das Erbe unser sein!  8. Und sie nahmen ihn und töteten ihn und warfen ihn hinaus vor den Weinberg.  9. Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben.  10. Habt ihr denn nicht dieses Schriftwort gelesen (Psalm 118,22-23): »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.  11. Vom Herrn ist das geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen«?  12. Und sie trachteten danach, ihn zu ergreifen, und fürchteten sich doch vor dem Volk; denn sie verstanden, dass er auf sie hin dies Gleichnis gesagt hatte. Und sie ließen ihn und gingen davon.

Tageslese morgen: Markus 12, 13-17

Impuls:

In einen Weinberg steckt man viel Herzblut. Quer durchs Jahr gibt es die unterschiedlichsten Arbeiten darin zu tun. Und natürlich ist man dann auch stolz auf den Ertrag, den der Weinberg bringt. Für die, die den Weinberg gepachtet haben, ist es deshalb normalerweise auch Ehrensache, die vereinbarte Pacht abzugeben. Doch Jesus beschreibt böse Weingärtner. Die lieber alles für sich behalten. Die dafür sogar bereit sind, um sich zu schlagen und andere zu töten. Ein klarer Hinweis auf sein Ende. Jesus wird sterben. Weil die Welt ihn nicht erkannt hat. Und doch, das ist das Paradoxe: damit die Welt gerettet wird. Die bösen Weingärtner müssen sterben. Aber der Weinberg darf leben und gute Früchte bringen. Andere Arbeiter werden kommen, der Weinberg wird für andere geöffnet. Und er wird vielfach gute Frucht bringen. Weil der Herr des Weinbergs es so will. Der Herr des Weinbergs kümmert sich um seine Ernte. Und er hat sie bis heute im Blick. Ich finde das einen tröstenden Gedanken. Dass trotz mancherlei Menschen, die mal hier und mal da das Sagen haben, Gott seinen Weinberg im Blick behält. Das Heft des Handelns lässt er sich nicht aus der Hand nehmen. Ihm ist es nicht egal, was in seinem Weinberg passiert. Das dürfen wir in dieser wirren Zeit hoffen, das dürfen wir für uns als Gemeinde hoffen. Darauf will ich gerade jetzt vertrauen. Gott führt seine Pläne ans Ziel. Warum sollte ich mich fürchten?

Euer Pfarrer Christoph Pascher

Gebetsanliegen für heute:

Ab heute haben alle Schüler und Kindergartenkinder frei. Beten wir für die Familien, dass Gott Frieden und Ruhe stiftet, dass Eltern und Kinder ein gutes Miteinander finden, obwohl sie so dicht aufeinander sitzen müssen und dass sie vielleicht sogar den Wert der neu geschenkten familiären Gemeinschaft entdecken dürfen.  

 

Montag, 16.03.2020

Tageslese: Markus 11, 27-33

27. Und sie kamen wieder nach Jerusalem. Und als er im Tempel umherging, kamen zu ihm die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten  28. und sprachen zu ihm: Aus welcher Vollmacht tust du das? Oder wer hat dir diese Macht gegeben, dass du das tust?  29. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich will euch eine Sache fragen; antwortet mir, so will ich euch sagen, aus welcher Vollmacht ich das tue.  30. Die Taufe des Johannes – war sie vom Himmel oder von Menschen? Antwortet mir!  31. Und sie bedachten es bei sich selbst und sprachen: Sagen wir, sie war vom Himmel, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?  32. Oder sollen wir sagen, sie war von Menschen? Doch sie fürchteten sich vor dem Volk; denn sie meinten alle, dass Johannes wirklich ein Prophet sei.  33. Und sie antworteten und sprachen zu Jesus: Wir wissen's nicht. Und Jesus sprach zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, aus welcher Vollmacht ich das tue.

Tageslese morgen: Markus 12, 1-12

Impuls:

Jesus unterhält sich ganz schön viel in Jerusalem in den letzten Tagen vor seiner Verurteilung und seinem Tod. Es gibt offensichtlich viel zu erklären. Diese Kapitel wirken fast wie ein Auf- oder Abarbeiten aller wichtigen Fragen, die noch gestellt werden müssen. Jesus selbst greift seine Geschichte noch einmal auf. Er redet auf die Nachfrage der Hohenpriester und Schriftgelehrten nicht von sich und seiner Vollmacht, sondern er redet von der Taufe des Johannes. Erst gestern haben wir Jubelkonfirmation gefeiert. Eine Erinnerung an das JA zur Taufe. Eine Erinnerung an das JA zum Glauben. Es passt deshalb gut, wenn uns Jesus heute die Taufe nochmal ins Gedächtnis ruft. Johannes der Täufer, er war der Begründer der Taufe. Und obwohl nirgends steht, dass Gott ihm das angeordnet hat oder Jesus das bei einem Verwandtschaftstreffen so empfohlen hat: Jesus greift die Taufe ungefragt auf. Er gibt sie sogar in Auftrag im Taufbefehl in Matthäus 28, 19.

Die Schriftgelehrten wollen sich aus politischen Gründen im Bezug auf die Taufe des Johannes nicht festlegen. Aber Jesus hält an ihr fest. Er lässt sich ja sogar selbst taufen. Halten also auch wir an unserer Taufe fest! Sagen wir mit den Jubelkonfirmanden ein bewusstes Ja dazu. JA, Gott trägt. JA, Gott hält. JA, Gott lässt uns nicht los. Das ist unsere Hoffnung.

Gebetsanliegen für heute:

Ein Pfarrerkollege ist mit seiner ganzen Familie in Quarantäne. Auch aus seiner Gemeinde sind einige infiziert, weil sie sich bei einem Kirchenkonzert und auf dem KGR-Wochenende angesteckt haben.